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News

Die alten Protagonisten mit dem neuen Material
26.11. 2010


Uhrmann


Vor dem Weltcupstart der Skispringer in Kuusamogeht die alljährliche Diskussion über DAS NEUE erneut los. Neu jedenfalls ist, dass fast alle Starter das neue Bindungssystem für das Wundermittel halten. Es nicht zu haben, ist natürlich auch wie bei einem Auto mit nur drei Rädern zu fahren. Im letzten Abschnitt ihrer Karriere versuchen Schmitt, Uhrmann und Co noch einmal mit neuem Material anzugreifen. Die von Simon Amman zu den Olympischen Spielen verwendete Bindung, welche ein flacheres Auflegen der Ski in der Luft gewährleistet, wurde nun von vielen nachgebaut und verwendet.Der Weltcup- Auftakt im finnischen Kuusamo an diesem Wochenende wird zum ersten Härtetest, was die Umstellung gebracht hat. Beim Deutschen Skiverband hat man nach der mäßig verlaufenen Vorsaison früh Kontakt mit dem Berliner Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) aufgenommen, um die Skitechnik für den jetzt beginnenden Winter zu optimieren. Am FES haben sie schon zu DDR-Zeiten die Bobs gebaut, die die deutschen Fahrer in die Weltklasse gesteuert haben, sie haben den Radsportlern Rennmaschinen konstruiert und die Schlitten der Rodler perfektioniert. "Phantastische Möglichkeiten", sieht Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster dank der Unterstützung der FES-Techniker auf den DSV zukommen. Den Kontakt zwischen FES und DSV hat Schusters Assistent Marc Noelke gepflegt - Ex-Assistent, muss es allerdings korrekt heißen. Noelke, den der DSV erst im Frühjahr aus dem erfolgsverwöhnten österreichischen Team abwarb, soll sich auf einem Sponsorentermin des Teams im Oktober dermaßen im Ton vergriffen haben, dass der DSV ihn kurzerhand wieder feuerte. Einzelheiten der Geschichte hält der Verband bis heute unter Verschluss, Noelke soll in angetrunkenem Zustand Teammitglieder derbst beleidigt haben, heißt es. So etwas dürfte auch Martin Schmitt noch nicht erlebt haben, und es gibt nicht viel, was für den fast 33-Jährigen in seiner Laufbahn noch neu ist. Schmitt, der Teenie-Schwarm von einst, geht in seinen 15. Weltcup-Winter. Als er seine ersten Erfolge sammelte, waren die Stars der Branche Dieter Thoma oder der Norweger Espen Bredesen, nur der Pole Adam Malysz und der Finne Janne Ahonen waren damals wie heute mit dabei. Nächste Achterbahn-Saison für Schmitt? Für Schmitt war die Vorsaison eine seiner bekannten Achterbahnfahrten aus Höhepunkten wie der Silbermedaille von Vancouver mit der Mannschaft und Tiefpunkten wie der Vierschanzentournee zu Jahresbeginn. Der Oldie in der Mannschaft hatte sich sogar zwischenzeitlich ganz aus der Saison zurückgezogen, fühlte sich ausgelaugt. Jetzt sagt er, er wolle wieder attackieren und wähnt sich gut in Form. Es sind die Sätze, die man von Schmitt schon oft gehört hat. Michael Uhrmann ist nur ein halbes Jahr jünger als Schmitt, war in den vergangenen Jahren allerdings erheblich stabiler und dürfte auch in diesem Winter die Führungsfigur für die jungen Springer in der Mannschaft sein. Für den Olympia-Vierten auf der Normalschanze von Vancouver ist die Umstellung auf die neue Bindung wie für Schmitt kein risikoloses Unterfangen, schließlich sind beide über Jahrzehnte an das alte Material gewöhnt. Dennoch ist Schuster der Ansicht, dass Uhrmann, Schmitt und der ebenfalls schon 31-jährige Michael Neumayer weiter "die Besten sind, die wir haben". Es gehe "schließlich nicht nach Alter, bei mir herrscht das Leistungsprinzip", sagt der Trainer. Das heißt: Der Nachwuchs um Pascal Bodmer, der im Vorjahr in Kuusamo an die Weltspitze sprang, um danach jedoch wieder im Mittelmaß zu versinken, muss sich weiter hinten anstellen. Bodmer, Severin Freund und Maximilian Mechler - ihnen traut Schuster noch nicht den großen Sprung zu. Die Saison mit dem Höhepunkt der WM am Holmenkollen Ende Februar wird für sie eine weitere Saison des Lernens. Mit Material von sid und dpa

 

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