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News

Erlebnis Olympia
11.10. 2008

Erlebnis Olympia war das Thema bei einer Talkrunde im Beratungszentrum der Wartburg Sparkasse bie dem ich am Donnerstag war. Eine Podiumsdiskussion zu den Erlebnissen bei Olympischen Spielen. Mit dabei war die Behinderten Sportlerin Manuela Schmermund. Was die Südthüringer Zeitung dazu schrieb, im Artikel unten. Der Unterschied war die Hymne

Talk mit Skisprunglegende Jens Weißflog und Paralympics-Siegerin Manuela Schmermund
Von Gert Hellmann
Bad Salzungen Das war der Coca-Cola-Automat, antwortete Jens Weißflog wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, was ihn denn bei seinen ersten Olympischen Spielen besonders stark beeindruckt habe. Für die Besucher beim Sparkassenforum im dicht gefüllten Foyer der Bad Salzunger Wartburg-Sparkasse war das ein Auftakt nach Maß, den sie ebenso mit Beifall bedachten wie viele der anderen Episoden, die der dreimalige Skisprung-Olympiasieger aus Oberwiesenthal und die mehrmalige Paralympic-Siegerin im Sportschießen, Manuela Schmermund aus dem hessischen Niederaula, zum Thema Erlebnis Olympia am Donnerstagabend zum Besten gaben. Weißflog schob gleich noch einen nach: Auch die Spielautomaten im olympischen Dorf von Sarajevo hatten es mir angetan. Einmal habe ich einen halben Tag dort verbracht. Der Trainer hat mich dann dort weggeholt. Dem seinerzeit 20-jährigen Floh vom Fichtelberg hatte der in der DDR verpönte Zeitvertreib nicht geschadet. Er gewann Gold und Silber. Auch Manuela Schmermund schwärmte von ihren Erlebnissen im olympischen Dorf. Genau wie Jens Weißflog faszinierte sie vor allem das Zusammentreffen mit vielen Sportlern, ... die wir sonst auch nur vom Fernsehen kennen. Unvergessen für die 37-jährige, gehbehinderte Frau waren ihre ersten Paralympics in Sydney. Die Menschen in Australien waren unvergleichbar nett. Auch unter uns Sportlern war der olympische Geist sprichwörtlich. Öber das, was sonst noch abging im olympischen Dorf wollten weder Weißflog noch Schmermund plaudern: Es gibt einen Kodex unter den Olympiastartern: Am Eingang des olympischen Dorfes ist für Außenstehende Schluss. Das gilt auch für die Episoden, die sich dort abspielen. Dass sie nach ihrem Sieg bei den Paralympics von Peking alleine mit ihrem Trainer ... einen starken Mix reingepfiffen habe, konnte der Moderator des Abends, Christoph Witzel, ansonsten Chef vom Dienst bei der Südthüringer Zeitung, der redegewandten jungen Frau aber doch noch entlocken. Einig waren sich der beste deutsche Skispringer aller Zeiten und die Weltklasse-Versehrtensportlerin auch darin, dass es nichts Schöneres gibt, als bei Olympischen Spielen unter den Klängen der Nationalhymne auf dem Siegerpodest ganz oben zu stehen: Ein Jahr vor den Spielen in Lillehammer wurde ich in den Medien noch als fliegendes Brathuhn bezeichnet, daraus wurde dann der Goldadler, erinnerte sich Weißflog sehr zur Freude der Zuhörer laut. Der Ausnahmesportler verzückte das Publikum erneut mit seiner Schlagfertigkeit, als er nach dem Unterschied zwischen dem DDR-Olympiastarter und dem bundesdeutschen Olympiateilnehmer Weißflog gefragt wurde: Die Hymne, war die simple Antwort. Stellung bezogen die beiden Stargäste der Wartburg-Sparkasse auch zu ernsten Themen: Natürlich sei der Sport nicht autonom, er dürfe sich aber auch nicht zum Spielball der Politik machen lassen, erklärte Manuela Schmermund. Sie will die Versehrtensportler in der Öffentlichkeit und in den Medien nicht als ... bemitleidetes Häufchen Elend dargestellt sehen und ist sich zugleich sicher, dass die Leistungen der behinderten Sportler künftig in den Medien einen höheren Stellenwert bekommen: In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr ältere Menschen, auch sie sind nicht mehr voll leistungsfähig und in irgendeiner Art behindert. Jens Weißflog vertrat die Meinung, dass Sportler oft mit politischen Themen überfordert seien, wie etwa bei den Versuchen vonseiten der Politik, die Athleten für Protestaktionen gegen die chinesische Regierung zu benutzen. Mir stand das bei der Berichterstattung über die Olympischen Spiele in Peking zu sehr im Vordergrund. Klar artikulierte sich Weißflog zum Doping: Die Sportler haben eine Vorbildwirkung für Kinder und Jugendliche, deshalb bin ich gegen eine Freigabe von Doping. Der berühmte Sachse machte aber auch deutlich, dass der Sport nur ein Abbild der Gesellschaft ist: In der Wirtschaft ist es gang und gäbe, dass mit Schmiergeldern andere Firmen um die Aufträge betrogen werden. Der Wirtschaft machte Weißflog auch den Vorwurf, dass sie den Kinder- und Jugendsport völlig unzureichend fördere. Die Wirtschaft fördert nur dort, wo sie sich in der Öffentlichkeit wiederfindet, bei den Stars, nicht dort, wo der Sport anfängt, bei den Kindern. So kann man Erfolge nicht planbar machen. Die Sparkassen nahm Jens Weißflog von dieser Einschätzung ausdrücklich aus: Die Sparkassen unterstützen deutschlandweit vor allem die Talente, die ihren Weg noch vor sich haben und nicht die aktuellen Spitzensportler. Das dokumentierten die Gastgeber des höchst unterhaltsamen und informativen Forums auch am Ende der Veranstaltung. Die Einnahmen aus den Eintrittskarten zum moderaten Preis von fünf Euro übergab die Mannschaft von Wartburg-Sparkassen-Vorstandsvorsitzendem Peter Bock in Form eines 600-Euro-Schecks zu gleichen Teilen an die Kreissportbünde Bad Salzungen und Eisenach.

 

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