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jetzt überholen wir links
26.07. 2009

Und zwar mit einem schnellen Internetanschluss al la Vodafone. Wir als Hotel sind dabei einer der 50 Glücklichen, welche am Pilostversuch teilnehmen dürfen. Damit scheint auch für die Zukunft der Weg. z.B. für ein weiteres Bloggertreffen mit Öbertragung ins Internet möglich. mehr dazu im Artikel der Freien Presse von Jan Oechsner

Test im Erzgebirge: Schnelles Internet übers "Radio"

In Oberwiesenthal werden freie Rundfunkfrequenzen zur Datenübertragung genutzt


Mobilfunkanlage


Die bereits auf dem Hotel "Am Fichtelberg" vorhandene Mobilfunkanlage wurde für den Versuch mit weiteren Antennen ergänzt. Auf dem Foto ist Jörg Müller, der technische Leiter des Hotels, zu sehen.



Foto: Brigitte Streek

Oberwiesenthal. Oberwiesenthal soll einen Autobahnanschluss bekommen. Allerdings nicht für Pkw oder Laster, sondern für das Internet. Denn noch führt die weltweite Datenautobahn größtenteils an dem 2500-Einwohner-Ort vorbei. Mit einem ehrgeizigen Pilotversuch will das sächsische Wirtschaftsministerium nun zusammen mit Vodafone auf dem Dach Sachsens die Nutzung von Breitbandanschlüssen über brachliegende Rundfunkfrequenzen testen. In Oberwiesenthal soll so im Kleinen vorbereitet werden, was im Großen das Ziel ist: Die umfassende Versorgung der Bevölkerung im Freistaat mit schnellem Internet.

Sachsen steht schlecht da bei schnellen Internet-Angeboten

Sachsen ist in dieser Hinsicht schlecht dran. Nur knapp jeder zweite Haushalt ist entsprechend versorgt. Damit gehört der Freistaat zu den Schlusslichtern. Nur Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind noch schlechter angebunden an die schnelle Datentrasse. Und überall das gleiche Bild: Besonders die ländlichen Regionen sind überproportional vom Breitband-Internet abgekoppelt, etwa weil diese Landstriche für Kabelnetzbetreiber oft zu unwirtschaftlich sind.

Deshalb müssen neue Lösungen her. Die Idee: Aus Radio mach Internet. Weil der Rundfunk in Deutschland auf digitale Signale umgestellt wird, werden Frequenzen frei. Das liegt daran, dass Digitalsignale nur rund ein Zehntel der Frequenzbreite analoger Signale benötigen, um vergleichbare Qualität zu erreichen.

Das für den Versuch in Oberwiesenthal genutzte Funksystem arbeitet bei 850 Megahertz im Kanal 65. Doch ob sich dieser für die Internetnutzung bewährt, ist noch unklar. "Wir betreten hier Grenzen", sagt Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD). Nicht nur wegen der Technik, sondern auch wegen der räumlichen Nähe zum Nachbarland Tschechien. Denn die dort starken Radio- und Mobilfunksender könnten dem Breitband-Versuch Probleme bereiten: Schlechter Empfang hinterm Berg, plötzlich einstrahlende Fremdsender. Was beim Radiohören nur ärgerlich ist, kann Internetverbindungen nahezu unbrauchbar machen.

50 Personen nehmen kostenfrei am Pilotversuch teil

Deshalb prüfen jetzt 50 Testpersonen - Privatleute und Unternehmer - das Rundfunk-Internet in Oberwiesenthal ein Jahr lang. Vodafone verteilt mehrere Dutzend Geräte, mit denen die Nutzer kostenlos nach Lust und Laune im Internet surfen. Ihre Erfahrungen geben sie an die Techniker weiter. "Es geht darum, die neue Technik auszuprobieren, Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden", sagt Dirk Ebrecht von Vodafone. Und das Ministerium ist sich sicher, das Oberwiesenthal der beste Ort ist, um das schnelle Internet per Rundfunk auf Herz und Nieren zu prüfen: "Was hier funktioniert, geht auch anderswo in Sachsen", so eine Sprecherin.

Einer dieser Tester ist Jens Weißflog. Der Ehrenbürger von Oberwiesenthal hatte auf den Skisprungschanzen der Welt immer genug Fahrt, um mehrfach DDR-Meister, Weltmeister oder Olympiasieger zu werden. Mit der Internetgeschwindigkeit daheim hätte es höchstens zur Kreisklasse gereicht.

Im Internet braucht auch Jens Weißflog viel Geduld

"Ich habe erst gestern versucht, ein Bild mit sechs Megabyte per Email zu verschicken. Das dauerte und dauerte", klagt Weißflog. "Ich kann ja derweil auch nicht wirklich etwas anderes Sinnvolles machen. Denn ich muss den Vorgang beobachten. Nämlich, ob sich der Rechner verabschiedet oder ob ich noch mehr Geduld haben muss."

In Deutschland, so die Bundesregierung, soll jeder Haushalt bis Ende 2010 Zugriff auf einen Internetanschluss mit einer Öbertragungsgeschwindigkeit von mindestens einem Megabit pro Sekunde haben, was der Leistung eines so genannten DSL-1000-Anschlusses entspricht. Bei dem Test in Oberwiesenthal soll eine Technologie zum Einsatz kommen, mit der man laut Vodafone 10- bis 15-mal schneller surfen könnte. Wenn die Technik mitspielt - und ein guter Marktpreis auch. Dann wäre bald jeder Oberwiesenthaler ganz schnell auf der Datenautobahn. Egal, auf welcher Spur.

Von Jan Oechsner Erschienen am 26.07.2009

 

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